Mark's Block

Student vs. Studierende

Tjo, was soll ich sagen… ich bin ein Studierender ;)

Student(in) vs. Studierende(r)?

Da gibt es einen Unterschied? Was ist denn da der Unterschied?

Ich meine, abgesehen von der Tatsache, dass ein “saufender Studierender” sich im hier gegebenen Beispiel nicht nur völlig bescheuert anhört, sondern im Partizip Präsens auch einfach als widersprüchlich und falsch bezeichnet werden kann, während ein “saufender Student” absolut der Allgemeinen Vorstellung, sowie der korrekten Ausdrucksweise in der Partizipialform entspricht und entsprechend angesehen wird.

Deswegen einige Gedanken und Ideen, wie man den Unterschied zwischen Studenten und Studierenden betrachten kann:

An dieser Stelle als ergänzende Info für Proletarier:
Einige Beispiele für die Partizipial-Form, welche nichts mit der Party-Form der Studenten zu tun hat:

· Der saufende Studierende

· Der wartende Reisende

… um das Prinzip noch etwas geschickter zu veranschaulichen, und um auch Politiker zu erleuchten, zusätzlich vereinfachte Beispiele für obiges Dilemma:

· Der riesige Zwerg…

· Der winzige Riese…

· Die amerikanische Geschichte…

· Der tüchtige Schüler…

· Die schöne und intelligente Frau…

· Der ehrliche Politiker…

Politiker ! Sind übrigens ein gutes Stichwort! (Erinnert mich später bitte an meinen Vortrag zu Gaunern und Dieben.) Sind doch diese hauptsächlich daran schuld, dass es überhaupt Studierende gibt.

Denn im Zuge der Gleichberechtigung der Frau und der Unterdrückung des maskulinen Geschlechts, gab es insbesondere in den 90er Jahren neben einer lärmenden Vergewaltigung des Gehörsinns namens Techno auch das vielerorts beheimatete Bestreben aus “der” ein “die” zu machen. (Die leisen Proteste der deutschen Rechtschreibreformer, welche sich für ein einfaches und einheitliches “das” einsetzten, wurden dank der durch Techno entstandenen Schäden im Gehörgang leider nicht wahrgenommen.)


Kurzum, aus “Liebe Schüler und sehr geehrte Studenten” wurde ein “Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Studentinnen und Studenten”, aus Bundeskanzlern wurden Frau Bundeskanzler oder Bundeskanzlerinnen, der Kohl wurde hohl, aus den anderen Abgeordneten wurden die Abgeordnetinnen, sowie aus einem Finnen die Finin. Nur aus Wein wurde leider nur Essig, doch im Allgemeinen wurde das Ganze ein jedem zu stressig.


Statt zwei Wörter brauchte man einfach mal was Neues. So entstand aus “nicht durstig” das “sit”, und aus den maskulin/femininen Studenten/Studentinnen wurde “Studierende”. Das sollte jetzt geschlechtsneutral sein und fortan verwendet werden und sich durchsetzen.


Dummerweise brachten “die Studierenden” samt ihren Ablegern “dem Studierenden” oder “der Studierenden” keinen Durchbruch, auch nicht da noch zusätzlich “der Studierende” und “die Studierende” auftauchten, auch wenn die beiden jeweils ziemlich alleine protestierten… jedenfalls konnte sich eine von PolitikerInnen geschlechtsneutrale Bezeichnung schon von Anfang an nicht durchsetzten, da die betroffenen Bevölkerungsschichten alles andere als geschlechtsneutral durch ihren Alltag wandern…


Doch abgesehen von dieser Idee, hatten unsere Gauner etwas später noch mehr diebisch genialer Ideen.

Heute unterscheidet man den Studenten von dem Studierenden aufgrund eines weiteren Merkmals.

Ein Student… studiert… hauptsächlich.

Die restlichen 21 Stunden des Tages verbringt er mit Schlafen, Feiern, Saufen und jeder Menge Sex und a weng Zeit zum Lernen. In den meist 2-3 monatigen Ferien geht er in der Regel irgendwo in einer Bar “jobben”, indem er das Bier an andere Studenten ausschenkt, statt es einmal selbst zu trinken. Das macht jeder in so einer Art Ringelspiel, damit er es sich anschließend wieder leisten kann, das Bier selbst zu saufen.

Außerdem sind beim Student die Studiengebühren auf 500 €uro pro Semester begrenzt…

Ein Studierender dagegen… studiert… nebenbei.

Das heißt nicht, dass er weniger Stunden pro Woche die Bank im Hörsaal drückt, das hält sich je nach Studiengang beinahe die Wage. Allerdings verbringt der Studierende von den restlichen 21 Stunden des Tages erstmal 8 mit Arbeiten. Da er den Inhalt der Vorlesungen aber genau wie der Student noch lernen muss, dieses aber zwangsweise genau auf die Zeit des Tages fällt, in der der Student schläft, feiert, säuft oder Sex hat… kommt irgendwas bei der Geschichte zu kurz.

Kurz sind übrigens auch die Semesterferien, nämlich insgesamt nur so ca. 9 Wochen auf das ganze Jahr. 2 an Weihnachten, 2 im Frühling und ca. 5 im Sommer. Dafür muss der Studierende hier nicht extra Bier ausschenken gehen. Er arbeitet einfach wie gewohnt seine 8 Stunden am Tag.

Zwar hat der Studierende von diesen Stunden mehr Geld in der Tasche, wenn er von der Arbeit kommt und gerade zur Uni fährt, aber er bekommt dafür auch keinerlei Ermäßigungen. Weder für die Bahn, noch für das Busticket. Auch will die Uni deutlich höhere Studiengebühren, als die 500 €uro pro Semester… ja, das kommt da je nach Fach schon mal in 2 Monaten zusammen.

Aber… der Studierende “hat’s ja”.


Fazit ziehend kann man das ganze also recht einfach zusammenfassen.

· Student => Feiern, Party, Saufen, Spaß.

· Studierender => Arbeit, Lernen, Stress und Stress.

· BA-Student => Bester anzunehmender Student…? Blödester anzunehmender Student…? Na, jedenfalls auch ein Student…

Was lobe ich mir da meinen Internationalen Ausweis.

Der macht sowohl aus dem Studenten-Ausweis, wie auch aus dem Studierenden-Ausweis einfach die “Student-ID Card”. Juchhu.


Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein um einen Kommentar zu schreiben.

Der Beitrag wurde am September 21, 2007 um 12:07 veröffentlicht und wurde in der Kategorie gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.