Wenn ich…
…ein Gitarrenspieler wäre, wäre einiges leichter.
Jo… ich habe eine Wette verloren. Ich werde Dich jetzt nicht mit Details langweilen, sondern die Sache mit nur 200 Worten auf den Kern beschränken:
Ich habe jedem erzählt es wäre ein leichtes täglich 15 Minuten für einen Blog(ck) zu investieren und einen Artikel zu schreiben. Täglich. Ich hatte keine Angst vor der “Arbeit”, die 15 Minuten hat jeder am Tag. Auch hatte ich keine Bedenken, dass mir die Themen ausgehen könnten, denn wenn jemandem auf diesem Planeten irgend etwas blödes passiert - dann garantiert mir.
Naja. Hat nicht ganz geklappt. Ein paar Wochen lief es gut, dann war es vorbei mit dem täglichen Update. Dummerweise hatte ich Großmaul da diese Wette laufen… wenn ich es nicht schaffe die 15 Minuten am Tag aufzubringen um etwas brauchbares zu schreiben, dann müßte ich etwas anderes sinnvolles in dieser Zeit tun.
Und da ich die unmusikalischste Person auf Erden bin - ich weder Noten lesen noch ein beliebiges Instrument spielen kann - und auch nicht im Ansatz Duschkabinentauglich singen… oder rhytmisch tanzen… und eine verlorene Wette muss schmerzen… deswegen wurde bestimmt ich muss lernen Gitarre zu spielen, mit 15 Minuten üben am Tag. Und damit das auch nachweisbar ist - müssen Videos dazu.
(Kernende)
Als ich ein wenig jünger als heute war, ich denke während der dritten oder vierten Klasse war das, hatte ich Musikunterricht in der Schule.
Jeder musste sich vor die Klasse stellen und ein Lied singen.
Mein Lehrer unterbrach mich inmitten der ersten Strophe mit den Worten: “Danke das langt schon” und ich endete mit einer Triangel in der letzten Reihe, gut versteckt. Den einzigen Song den ich fortan singen durfte, war: “Pen - a pencil, ruler - book!“
Diese Erfahrung hat mein Leben negativ geprägt. Nach abgrundtiefen Depressionen und dem Versuch meinem Leben durch das Verschlingen von Kiloweise Schokoloade ein Ende zu setzen, began ich einen Bogen um Musikinstrumente zu machen, wie der Südpol eines Magneten dem eines Zweiten ausweicht.
Jepp - diese verlorene Wette tut weh.
Insbesondere in den Fingern meiner linken Hand, welche sich bereits nach zwei Tagen völlig taub anfühlen. (Ok, immer noch besser als die Schmerzen des ersten Tages…)
Ich habe die Gitarre per Post bekommen - und hatte auch keine andere Wahl als sie gleich auszupacken, da das Paket die komplette Haustür blockiert hatte, als ich von der Arbeit nach Hause kam. Der Plan mit dem Zettel an der Tür “Legen sie das Paket einfach ab.” und der Hoffnung auf einen meiner diebischen Nachbarn war schief gegangen. Das Teil sah halt auch tonnenschwer aus. Auf jeden Fall war es billig, da ich mir bei einem Onlinehändler kurzerhand das günstigste Einsteigerpaket das es gab bestellt hatte.
Ich verbrachte mindestens eine Stunde mit dem Stimmen der Gitarre - Vergleich zwischen MP3 und “echtem Klang”.
Als das endlich geschafft war, habe ich mit den Übungen angefangen. Im Video sah das immer so leicht aus, als ob man einfach einem Baby den Schnuller klauen müsste… aber drei Stunden später hatte ich folgendes gelernt:
– Mein Hund liebt es zu meinen Übungen wie ein Wolf zu heulen.
– Ich muss schnellstmöglich Hornhaut an den Fingerspitzen entwickeln.
– Training dem Werbesatz nach “15 Minuten pro Tag und schon nach wenigen Wochen wirst Du deutliche Fortschritte erkennen.” ist ein Slogan für talentierte (oder normale) Menschen, aber nicht für mich.
– Ich erinnerte mich an meinen alten Segelschein und meisterte den Palstek. (Mit meinen Fingern, nicht mit einer Kordel.)
– Ein tägliches Video-Tagebuch um den Fortschritt festzuhalten ist nicht nötig. Einmal pro Quartal langt völlig.
– Ich bekam eine erste Idee warum “Rock & Roll” “Rock” und “Roll” genannt wird.
Übrigens, hat jemand die Heil- und Wundsalbe gesehen?











