Mark's Block

SKV Hainhausen: Wenn der Vorstand tagt, sind (zahlende) Gäste in der Gaststätte unerwünscht.

Juli 1, 2009 um 9:01 Uhr

Die Gaststätte der SKV Hainhausen (Rodgau) besticht seit nunmehr 21 Jahren immer wieder mit ausgezeichnetem Essen und gutem Servicepersonal. Eine Gaststätte, die schon lange nicht mehr nur als Geheimtipp gilt, da auch die Preise dort erschwinglich sind und somit ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Bis heute war ich auch immer hochzufrieden… aber an meinem Geburtstag musste ich nun erschreckendes lernen: Wenn der Vorstand des SKV Hainhausen tagt, sind Gäste in der Gaststätte unerwünscht.

Eigentlich wollte ich gemütlich meinen Geburtstag beim wie gewohnt ausgezeichneten Essen in der SKV Gaststätte ausklingen lassen. Nachdem ich aufgrund einer Klausur in der Universität leider heute keine Feier veranstalten konnte, sollte das ausgezeichnete Steak dem Abend doch noch einen besonderen Ausklang verschaffen.

Leider tagte auch gerade der Vorstand des SKV Hainhausen, welcher anscheinend keine weiteren zahlenden Gäste für seinen (unschuldigen) Pächter während einer Vorstandssitzung wünscht.
In all den Jahren, in denen ich regelmäßig essen gehe, ist es mir noch nie passiert, dass ich ohne jegliche Warnung oder Hinweis -oder einer freundlichen Bitte- aus heiterem Himmel angebrüllt wurde, den Saal zu verlassen.

Wir haben hier heute eine Sitzung, seid gefälligst leise oder geht raus!”

Und das, in einem gebrüllten Tonfall, der mich zum sofortigen Vereinsaustritt bewegt hätte, wäre ich dort ein Mitglied.

So nahm es mir nur die noch zu treffende Entscheidung ab, der Schützenabteilung des Vereins beizutreten, oder Mitglied in einem gänzlich anderen Verein zu werden. In dieser Hinsicht also ein Dankeschön an den Vorsitzenden, denn der Fisch fängt bekanntlich am Kopf zu stinken an.
Wir saßen zum Zeitpunkt des Überfalls zu zweit an unserem Tisch im “Raucher Kolleg” und unterhielten uns in normalem Ton - in einem Kolleg, der nicht als “reserviert” oder belegt gekennzeichnet war.
(Dummerweise waren wir aus der Terrasse nach drinnen gewechselt, da es anfing zu tröpfeln… Andererseits bewahrte mich das Schicksal so davor, hier samt meinem Bruder zahlendes Vereinsmitglied zu werden. Aus dieser Sichtweite also danke schön.)

Da mein Bruder und ich im Gegensatz zum Vereinsvorstand über eine etwas sozialere und menschenfreundlichere Erziehung verfügen, sind wir auch tatsächlich ohne etwas passendes zu erwidern zurück auf die Terrasse gewechselt. Hauptsächlich allerdings dem Pächter zu Liebe. Wäre es ein mir fremdes Lokal gewesen, - und der Schreihals wäre mir auch dort als Vorstand des Vereins dem das Lokal gehört bekannt gewesen, hätte ich dieses direkt verlassen.
Eine entsprechende Beschwerde über das Verhalten des Vorstanden äußerten wir gegenüber dem Servicepersonal, was uns in kürzester Zeit die Wirtin an unseren (neuen) Tisch brachte. Sie entschuldigte sich auch vielmals - und es gab immerhin einen guten Grappa auf Kosten des Hauses.

Das Essen und der Service insgesamt war auch in der Tat wie immer ausgezeichnet, jedoch empfehle ich jedem Gast an jedem ersten Mittwoch eines Monats entweder woanders essen zu gehen, oder einfach mal mit einem laut grölenden Musikverein anzurücken.
Scheinbar scheint der “Eigner” der Räumlichkeiten nämlich neben fehlenden Umgangsformen auch keinerlei Bezug zum lebenswichtigen Tagesgeschäft des Restaurantpächters zu besitzen.

Mich wird man jedenfalls Mittwochs zu Monatsbeginn nicht mehr in der SKV Gaststätte antreffen. Zumindest nicht solange an diesem Tag dort der Vorstand tagt.

Der Wurst-Krieg geht nächstes Jahr weiter!

Dezember 13, 2008 um 12:00 Uhr

(English Version)

Die Schlacht um die Wurst begann bereits in 2005, als ein Gericht entschied, dass nur Metzger in München ihre selbst hergestellten Weißwürste als “Münchner Weißwurst” verkaufen dürfen. Alle anderen bayrischen Metzger dürfen diesen Markennamen nicht verwenden.
Das Patentgericht sagte, es brauche mehr Zeit, um zu entscheiden…


Die Metzgerverbände und Fleischhersteller protestierten ohne Erfolg gegen dieses Urteil. Sie befürchten, dass dieses “berühmte”  (lol?) Münchner Produkt nur noch in  lokalen Supermärkten (quasi als Einzelwurst)
oder als gefrorene Ware an den Rest von Deutschland ausgeliefert werden kann, da die wenigen lokalen Metzger den Bedarf nicht decken könnten.

Ich mag diese “Wurstschlacht” wirklich, es ist bereits die zweite von der ich gehört habe. Die erste wurde damals um die Nürnberger Bratwurst ausgetragen, welche nur dort zusammengemischt und produziert werden darf.
Ich denke, da ist kein Unteschied, verglichen mit… mit… Champagner.
Ok, abgesehen von dem Fakt, dass jeder auf der Welt gerne Champaner trinkt, was kein Pluspunkt für die Münchner Weißwürste ist, denn der Großteil der kultivierten Welt würde nichtmal die Nase an dieses Stück Fleisch halten…


Achja,… vielleicht, wenn dies wirklich zum vollen Gesetz wird, bekommen wir dann keinen “Italienischen Parmaschinken” oder “Griechischen Fetakäse” mehr im Rest von Europa… Kein schlechter Handel, wenn Du mich fragst.

Gerade gehört:
If I’m a Ham, Well You’re a Sausage
Von Don Dixon
Release am: 1996-01-15

“Hab’ Spaß und trink nicht zu viel!” - “Ja was denn nun?”

Dezember 10, 2008 um 11:00 Uhr

(English Version)

Gestern Abend habe ich meinen zurückhaltenden, schüchternen und gut verstecken Bruder angerufen.
Nungut, tatsächlich habe ich damit um 8 Uhr morgens angefangen, ich wollte ihm sagen, dass ich vorraussichtlich schon am Mittwoch Nachmittag, statt um Mitternacht nach Hause komme… leider ohne Erfolg.

Und weißt Du was? Ich bin mir sicher - nein, ich weiß das er zu Hause ist, in seinem flauschigen, tuntigen Wasserbett, schlafend, träumend und das Telefon stundenlang ignorierend.

Ja, darin ist er wirklich gut. Und es macht mich wahnsinnig, da ich ihn sprechen muss, so daß er mich am Flughafen einsammeln kann und ich nicht so ein super teures Taxi nehmen muss.

Als ich ihn abends dann endlich erreicht hatte, ging die Verbindung nadanada direkt nachdem ich ‘Hallo’ gesagt hatte, da mein Akku dank der vielen Versuche nun leer wahr. Oh ja, machmal hasse ich ihn :p

Zwischen all den netten Versuchen ihn zu erreichen, war ich wieder im Testlabor. Allerdings war ich fast zwei Stunden zu spät, da ich über 90 Minuten auf mein Taxi warten musste. Und dass, obwohl ich es bereits gestern Abend vorbestellt hatte, da ich eine Menge über holländische Taxifahrer innerhalb meiner ersten Tage gelernt hatte. Dummerweise hat dieser ‘Trick’ aber nicht funktioniert…

Ich kam so gegen 11 Uhr an, erledigte die Papierarbeit, das Mittagessen und beendete den Test. Es gab nun nichts wichtiges mehr zu tun, so dass ich meine Arbeit gegen halb zwei beenden konnte. Hurra! 24 Stunden Freizeit in den Niederlanden.

Daher sind hier ein paar Tipps, wenn Du mal in den Niederlanden bist:

Fahre kein Taxi. Nimm den Bus oder den Zug. Wundere Dich nicht, falls der Bus in die entgegengesetzte Richtung fährt. Das ist normal, er sammelt erst einmal ein paar Leute in Rußland ein, bevor er Deinen edlen Hintern ans richtige Ziel bringt.

Wenn Du in einem Zug sitzt, welcher in die gegensätzliche Richtung fährt: Panik!
Ja, das ist eine gute Idee. Brich einfach in Panik aus und bringe alle Leute um Dich herum völlig durcheinander. Das rettet Dich vor dem Knöllchen wegen Schwarzfahren und gibt Dir außerdem jede Menge englischsprachige Hilfe in Form von amüsierten Holländern und Holländerinnen.

Was ist passiert? Sie haben vermutlich den Zug in der Mitte zerteilt - und Du sitzt in der falschen Hälfte. Während das Hinterteil des Zuges zu Deinem eigentlichen Ziel unterwegs ist, fährt Dein Teil irgendwo anders hin. Natürlich wäre das nicht passiert, wenn Du holländisch sprechen würdest. Es steht in ihrer Sprache nämlich so ziemlich überall angeschrieben.

Falls Du hungrig wirst… halte Dich an Deine heimatlichen Gewohnheiten. Such Dir also einen Platz im nächsten McDonald’s oder Burger King.
(Ich empfehle McDonald’s, nimm Burger King nur, wenn Du eine Menge Zeit totzuschlagen hast…)

Du fragst warum? Der holländische Weg Essen zuzubereiten:

Nimm irgend ein beliebiges Stück Fleisch, schmeiß es in einen Fleischwolf und nimm den daraus resultierenden Fleisch-Matsch und mische ihn mit irgend einer Form von Kartoffeln. Du kannst rohen Fleischmatsch bekommen, oder gegrillten Fleischmatsch, oder Fleischmatsch im Brötchen, oder gekochten Fleischmatsch und selbstverständlich auch gedünsteten Fleischmatsch. Wenn Du Senf magst, bist Du gut dran, denn das ist das ‘Gewürz’ was die Niederländer scheinbar am häufigsten in den Fleischmatsch mischen.

Ja, die Holländer sind wirklich Rentner freundlich, vielleicht haben sie aber auch einfach schlechte Zahnärzte und ihre Küche ist diesem Umstand perfekt angepaßt.

Wann immer Du in die Niederlande reist, solltest Du die Gelegenheit nutzen und in einen Coffeeshop gehen. Normalerweise wirst Du dort allerdings keinen Kaffee trinken, dafür kannst Du kiffen. Ja, das ist legal. Du kannst es einfach im Coffeeshop kaufen, so wie Du in einem deutschen Coffeeshop Kaffee kaufen kannst.

Versuche bloß NIEMALS eine Zigarette im Coffeeshop zu rauche, denn Rauchen (’Rooking’) ist dort verboten. Ich weiß, das macht überhaupt keinen Sinn, aber hey, Du bist in den ‘Niemalslanden’. Die halten eine Menge Überraschungen für Dich bereit…

The Dutch Oven Cookbook: Recipes for the Best Pot in Your Kitchen Gerade gelesen:
The Dutch Oven Cookbook: Recipes for the Best Pot in Your Kitchen
Von Sharon Kramis

Vegetarier essen vegetarisch? Ich bin ein Mensch. - (Happy Thanksgiving)

November 27, 2008 um 12:32 Uhr

(English Version)

Aktuelle Stimmung: dankbar

Egal ob wir über Elephanten, Gorillas, Nilpferde, Nashörner oder Giraffen sprechen - die stärksten Tiere an Land sind Vegetarier. Leider gehören sie auch zu den dümmsten ihrer Gattung.

Ok, hier in Deutschland haben wir das “Erntedankfest” nicht als nationalen Feiertag - es kann auch an verschiedenen Tagen gefeiert werden, an Stelle des 4. Donnerstages im November. Das hängt ganz von der feiernden Kirche ab. ere in Germany, we don’t have “Thanksgiving” as an national holiday - and it can be on some other days, instead of the 4th Thursday in November. It’s depending on the church, celebrating it. Im Prinzip nimmst Du ein paar Feldfrüchte, bringst sie in dei Kirche und betest zu Gott. Die Kanadier haben versucht, dass so ähnlich zu halten. Ich denke dass ist auch einer der Gründe, warum die US-Amerikaner ihre nördlichen Nachbarn so mögen.

Seid ich vor ein Paar Jahren über Thanksgiving mal in den USA war, mag ich ihre Art den Tag zu begehen. Dies ist eines der wenigen Dinge, die wir ruhig abgucken sollten.
Als erstes: Du kannst zu Hause bleiben. Es ist ein Nationalfeiertag. Als zweites kannst Du soviel essen, bis Du platzt. Gewöhnlich ist das Truthahn mit Süßkartoffeln, Kürbiskuchen und eine Menge anderer Leckereien. Desweiteren versammelt sich deine ganze Familie um Dich, wenn Du Dich nicht vorher um sie versammelst. Ich empfehle letzteres, dann musst Du nicht all diese Tonnen von Lebensmitteln zubereiten. Einfach hingehen und (fr)essen!

Ok, ich habe versucht mich selbst zu so einem Erntedankfest nach amerikanischer Art einzuladen, aber mein Bruder ist irgendwo in den USA, vermutlich in so einem Gefängnis
, gleichzeitig muss meine Mutter heute arbeiten und mein Vater treibt sich sonstwo herum. Es sah also ganz danach aus, als ob ich Thanksgiving alleine verbringen müßte.

Dank eines glücklichen Zufalls - sprach ich mit einem alten Freund via ICQ. Ich dachte er treibt sich immer noch studierend in den USA herum, aber er ist letzten Monat zurück nach Deutschland gekommen. Darüberhinaus - mag er das amerikanische Thanksgiving. Und -glaube es oder nicht- er ging nicht zurück in seine alte Heimatstadt, sondern studiert jetzt an meiner Universität, er lebt nun gerade mal 25 Auto- oder Zugminiten weit entfernt.
Ich habe mich selbst in weniger als zwei Sekunden bei ihm eingeladen, denn er besucht nicht seine Familie, sondern veranstaltet eine Erntedankparty für Freunde.

Nun ja, heute habe ich herausgefunden, dass er ein strenger Vegetarier ist. Er rührt nichts lebendiges an, steckt es weder in den Ofen - noch schiebt er es jemandem in den Mund.
Verdammt!

Thanksgiving 101: Celebrate America's Favorite Holiday with America's Thanksgiving Expert Gerade gelesen:
Thanksgiving 101: Celebrate America’s Favorite Holiday with America’s Thanksgiving Expert
By Rick Rodgers
Release date: 2007-10-02

Wenn Du das Internet verwendest, bist Du vermutlich ein Rentner.

November 9, 2008 um 7:33 Uhr

(English Version)

Es ist Sonntag und ich backe gerade frisches Brot, um mich anschließend damit vom Earth Dawn Wochenende zu erholen, während der Rest der Gruppe noch schläft. Angelockt vom Duft nach Kaffee und frischem Brot, taucht mein Bruder auf und beschließt spontan eine ‘Philadelphia Torte’ zu backen, welche als Boden Löffelbiskuit hat.

Nun gut, es ist Sonntag, die Läden haben in Deutschland geschlossen und wir haben keinen Löffelbiskuit zu Hause.
Es gab einen kurzen Kriegsrat, und er entschied selbst den Biskuit herzustellen. Es dauerte aber nicht sehr lange, und wir fanden heraus, dass unsere Kochbibliothek kein Rezept für Löffelbiskuit enthält.

Eine schnelle Googlesuche ergab über 2 Millionen Einträge, wobei die ersten paar Tausend alles Rezepte mit Biskuit und nicht für Löffelbiskuit waren.

Schließlich gab ich den Rat: ‘Hey, bevor Du stundenlang suchst, ruf’ doch einfach Oma an. Sie weiß das bestimmt.

Mein Bruder ruft sie also an und fragt nach ihrem Löffelbiskuitrezept. Ihre Antwort: ‘Oh, Ich habe das nie selber gebacken, aber benutze doch einfach Google und schaue im Internet nach.

Gut gemacht, Oma :D

Sind wir Krauts?

November 2, 2008 um 7:01 Uhr

(English version)

Es war Samstag Abend und ich hatte beschlossen, es sei eine gute Gelegenheit bei meiner Oma einen netten Wochenendanruf zu tätigen.

Wir sprachen über dies, das und jenes, und ganz nebenbei erwähnte ich, dass ich am Sonntag Grünkohl kochen werde.
Nur wenige hundertstel Sekunden später, lachte meine Oma laut drauf los. Wirklich, es klang so, als ob sie lachend durch die Wohnung rollt.

Ich war leicht geschockt, denn so ein schlechter Koch bin ich nicht - und als Bewohner eines Single-Haushalts, habe ich es gelernt mich selbst zu versorgen.
Nachdem meine Oma wieder zu Atem gekommen war, fragte ich sie, was derart lustig daran ist, dass ich koche. Sie erzählte mir gerade heute selbst Grünkohl gegessen zu haben - und nicht vor ganz einer Stunde hatte sie mit meinem Vater telefoniert, der morgen auch Grünkohl machen wollte.
Es liegt wohl in der Familie.
Kurzerhand rief ich meinen Bruder und meinen Vater an und lud sie für Sonntag zum Grünkohl essen ein.
Selbstverständlich, Du hast es vermutlich schon erraten, tauchte auch meine Mutter auf. Sie spürt es immer irgendwie, wenn es etwas gutes zu essen gibt. Genau wie Sylvia Fine...