(English Version)
Naaahh, nicht der 8-Uhr Zug. Es war der 8-Stunden Zug, den ich genommen habe.
Wie ich schon erwähnt hatte, wurde ich mit meiner Arbeit eher als erwartet fertig. Nachdem ich eine Menge „Spaß“ hatte, beschloss ich einen früheren Zug zu nehmen, den es wäre ziemlich langweilig und umständlich stundenlang mit Laptop, Koffern und Rucksack durch die Stand zu rennen.
Ich bezahlte also die Hotelrechnung mit meiner Kreditkarte und fuhr zur “Centraal” Station. Dieses mal hatte ich kein Taxi (Fahrer) Problem, denn ich schaffte es einen direkt vor dem Hotel abzugreifen, als ich dort von der Arbeit ankam und ließ ihn nicht eher gehen, bis ich fertig zur Abfahrt war.
Nachdem ich mich durch ein paar Ticketschalter hindurchgefragt hatte, endete ich schließlich vor dem „Internationalen Schalter“. Ich buchte einen Sitzplatz für den 14 Uhr ICE, welcher von Utrecht Centraal aus starten sollte. Da ich immer noch in Den Haag war, suchte ich mir eine Verbindung nach Untrecht und entschied mich für einen Bummelzug, da ich über 90 Minuten Zeit totzuschlagen hatte.
Gut, das war die falsche Wahl! Natürlich, ich war im Zeitplan und kam 30 Minuten bevor der ICE International abfuhr an, aber die Jagd hatte gerade erst begonnen. 5 Minuten bevor der ICE abfahren sollte, kam eine Durchsage, dass er die „Spoor“ gewechselt hatte. Ich musste also von meinem Platz zum gegenüberliegenden Ende des Bahnhofs rennen, immer noch mein ganzes Gepäck im Schlepptau. Glücklicherweise schaffte ich es in der letzten Sekunde. Mein Sitzplatz war natürlich am anderen Ende des Zuges, so dass ich mich durch den kompletten ICE zu meinem Sitz quetschen musste. Selbstverständlich musste ich dort erst einmal einen anderen Passagier verjagen.
Ich setzte mich, stöpselte meine Kopfhörer ein und versuchte zu schlafen. Wenig später kamen wir auch schon in Oberhausen an, meine erste Station auf deutscher Seite. Dummerweise – war es auch die letzte. Einige Minuten vergingen wartend, als eine weitere Durchsage im Zug kam. Der Sprecher erzählte uns erst einmal sein halbes Leben und erwähnte in einer Nebenbemerkung, dass der ICE hier aufgrund von „logistischen Problemen“ enden würde.
Er begann alle möglichen Verbindungen nach Duisburg, Düsseldorf, Münster, Dortmund, Essen, Bochum und Köln aufzuzählen. Als er endlich über Frankfurt sprach, lernte ich, dass mein alternativer ICE gleich am Gleis gegenüber warten würde.
Ich schnappte mir also mein ganzes Gepäck, stürmte aus dem ICE, machte zwei Schritte in Richtung des anderen Zuges, als sich dort die Türen schlossen und er abfuhr.
Ich musste hart gegen den Drang ankämpfen, den Schaffner am Gleis nicht ins Gesicht zu schlagen, als er meinte „Oh, dumm gelaufen. Gehen sie doch zum Informationsschalter und fragen dort nach einer anderen Verbindung.“
Ich tat wie mir geheißen, zusammen mit ca. 100 anderen Leuten. Ich fand heraus, dass ich nun zwei Stunden auf den nächsten ICE warten könnte. Also entschied ich mich für eine weitere Bummelzugverbindung nach Köln, da ich wusste, dass von Dort nach Frankfurt eine ICE Direktverbindung besteht.
Weitere 90 Minuten später, kam ich dort auch an. Ich musste die meiste Zeit zwischen ca. 35 stinkenden Leuten stehen, mein Gepäck zwischen die Beine geklemmt, da der Zug total überfüllt war. In Köln schaffte ich es dann in den ICE nach Frankfurt, aber natürlich hatte ich jetzt keine Sitzplatzreservierung mehr, und der ICE schien schon ausgebucht bevor die Meute aus meinem ursprünglichen Zug dort nun einstieg.
Den ganzen Weg, zwischen Ellbogenkämpfen mit anderen Passagieren, versuchte ich weiterhin meinen Bruder ans Telefon zu bekommen. Dieser verdammte Schläfer!
Meine Mutter hatte eine Entschuldigung „Du weißt dich, ich fahre mit dem Auto nicht nach Frankfurt“ und mein Vater erzählte mir, er könne mich auch nicht abholen, da er sich um meinen Hund kümmern müsste.
Als ich schließlich um 20:30 Uhr am Flughafen ankam (das war auch die Zeit, für die mein ursprünglicher ICE, wenn ich nicht früher losgefahren wäre, planmäßig einfahren sollte…).
Dort angekommen hatte ich genau 2 Minuten Zeit vom ICE Bahnhof zum S-Bahnhof zu rennen. Natürlich schaffte ich das nicht, da es ein langer Weg ist, auch ohne Gepäck. Die nun planmäßig folgende Reisezeit mit der nächsten S-Bahn betrug in Summe bis nach Hause fast 90 Minuten, plus Fußweg im Regen vom Bahnhof…
Das war dann der Moment wo ich mit der Bahn abgeschlossen hatte und zum Taxistand gegangen bin…