Ich geh’ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
November 12, 2008 um 6:04 Uhr11. November, St. Martin’s Tag.
Ich denke der Tag ist den meisten Leuten in den USA unbekannt… meine Empfehlung für den geschichtlichen Hintergrund ist daher der entsprechende Wikipedia Artikel.
Hauptsächlich in Deutschland und den umliegenden (katholischen) Ländern, wird dieser Tag mit einem Laternenumzug in den frühen Abendstunden gefeiert. Allen vorran reitet meistens ein als St. Martin verkleideter Mann, der den Latenenumzug anführt. Ihm folgen die vielen kleinen Kinder (und ihre stolzen Mütter) mit ihren selbstgebastelten Papierlaternen oder Kerzen. Sie singen St. Martins-Lieder und laufen durch die Stadt, bis sie die Kirche erreichen und der St. Martins Predikt lauschen.
Zumindest ist das der übliche Vorgang wie er sein sollte. Gestern - ich war leider zu spät zu Hause um mich dem Umzug anzuschließen oder ihm zuzuschauen- hat mich meine Türklingel fast in den Wahnsinn getrieben.
Alle paar Sekunden stand dort ein Kind in der Tür und sagte etwas wie: “Süßes oder Saures.”
Am Anfang habe ich so gut wie ich es irgendwie kann, versucht den Unterschied zwischen dem St. Martin’s Tag und Halloween zu erklären - aber es funktionierte nicht. Am Ende habe ich dann nur noch der begleitenden Mutter gesagt: “Heute ist nicht Halloween, kommt nächstes Jahr wieder.” - und die Tür zugeschlagen.
Aber der schlimmste Teil des ganzen, war dieser Blick den fast jede Mutter drauf hatte, wenn ich versucht habe den Unterschied zwischen St. Martin und Halloween und dem ganzen “Süßes/Saures” Ding zu erklären. Die sahen aus, als wollten sie mich gleich fressen.
Es tut mir ja leid. Süßigkeiten am 31. Oktober zu verteilen mag noch ok sein - aber am Martinstag? Ich denke da ist es das nicht.
Ok, dieser alte römische Soldat hat seinen Mantel mitten im Schneesturm mit dem Bettler geteilt und sein Leben gerettet - aber Süßigkeiten? Naschsachen? Hallo? Jemand zu Hause?
Obwohl ich nicht katholisch bin, habe ich noch ein paar kleine Fetzen Allgemeinwissen im Kopf - und ich unterstütze Mütter die so etwas einfach völlig durcheinander werfen nicht. Kein Wunder, dass wir jedes Jahr bei der PISA-Studie versagen…
Oh… und ich hatte außerdem keinerlei Süßigkeiten mehr zu Hause.











